Gesundheitscampus Weilburg - Aktuelles zum Klinikneubau

Der Neubau des Krankenhauses Weilburg und der Vitos Klinik für Neurologie in Weilmünster schafft einen Mehrwert für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

Gemeinsam stark für die Region

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, dass es für kleinere Kliniken immer schwieriger wird, Fachkräfte zu gewinnen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Dies kann aber gelingen, wenn Synergien zusammen mit einem Partner identifiziert und dann genutzt werden. Dabei beziehen sich diese nicht nur auf wirtschaftliche Themen, zum Beispiel die Stärkung der Einkaufsmacht durch die Bündelung von Mengen, sondern bei Krankenhäusern auch auf die Versorgungsqualität und den Umfang der angebotenen Behandlungsschwerpunkte. Der gemeinsame integrierte Neubau des Kreiskrankenhauses Weilburg und der Vitos Klinik für Neurologie auf dem Gesundheitscampus Am Steinbühl ist ein solches Vorhaben, das, „Leuchtturmcharakter über den Landkreis Limburg-Weilburg hinaus haben wird“. Denn hier entwickeln zwei starke kommunale Partner gemeinsam die Gesundheitsregion weiter und schaffen so einen Mehrwert für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und eine attraktive Arbeitsumgebung für Fachkräfte.

Dass beide Träger dafür den Weg geebnet haben, ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Martin Engelhardt und Thomas Schulz wissen das und arbeiten gemeinsam mit ihren Teams daran, dass die Kooperation mit Leben gefüllt und der geplante Neubau ein Vorzeigeprojekt für die trägerübergreifende Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum wird.

Aktueller Stand

Beide Partner haben Anfang Juni 2023 ihre Förderanträge beim Hessischen Sozialministerium eingereicht. Das Ministerium berät zusammen mit den Landesverbänden der Krankenkassen über den Antrag und wird den Kliniken danach die Entscheidung sowie die voraussichtliche Fördermittelhöhe mitteilen.

Im März 2024 wurde der Kooperationsvertrag zur Schließung eines Krankenhausverbundes geschlossen. Darin verpflichten sich das Kreiskrankenhaus und die vitos Weil-Lahn, unter Beibehaltung der rechtlichen Selbstständigkeit, zur Kooperation in unterschiedlichen medizinischen sowie nicht-medizinischen Bereichen und zur Implementierung einer gemeinsamen Notaufnahme. Alles mit dem Ziel der bestmöglichen Patientenversorgung bei gleichzeitiger Nutzung von Synergien.

In der Zwischenzeit läuft mit großer Unterstützung der Stadt Weilburg das Verfahren zur Herstellung des erforderlichen Baurechts. Dies ist wichtig, da wir mit unserem Neubau eine Gebäudekubatur anstreben, die eine optimale und zukunftsgerichtete Patientenversorgung Am Steinbühl ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen

Warum braucht es überhaupt ein neues Krankenhaus?

Unser Kreiskrankenhaus feiert, ebenso wie der Landkreis Limburg-Weilburg, im Mai 2024 sein 50-jähriges Jubiläum. Die Welt der Krankenhausversorgung war zum Zeitpunkt der damaligen Planungen Ende der 1960er Jahre allerdings eine ganz andere: 6-Bett-Zimmer, weder CT- noch MRT-Diagnostik, weniger Spezialisierung bei den medizinischen Disziplinen, deutlich weniger Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz, keine Computer und eine Verweildauer von mehr als 20 Tagen.

Die Anforderungen an eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung sind 50 Jahre später andere. Das 2-Bett-Zimmer wird zum Standard. Die medizinischen Fachabteilungen sind deutlich differenzierter, da der medizinische Fortschritt neue Behandlungsfelder eröffnet hat. Viele Eingriffe und Untersuchungen werden inzwischen ambulant, statt stationär durchgeführt. Es werden deutlich mehr Patienten versorgt, sodass auch die Anzahl der Mitarbeiter gestiegen ist. So waren zur Eröffnung ca. 240 Beschäftigte im Kreiskrankenhaus tätig. Aktuell sind es mehr als 500.

Der Einsatz von Medizintechnik und Großgeräten benötigt zusätzliche Flächen. Auch Themen wie die Robotik und künstliche Intelligenz rücken mehr und mehr in den Fokus.

Diese Entwicklungen benötigen Platz und effiziente Prozesse. Beides ist im 50 Jahre alten Gebäude nicht vorhanden bzw. umsetzbar. Gleiches gilt für die Energieeffizienz, der in Zeiten knapper Ressourcen und hoher Preise eine besondere Bedeutung zu kommt. Mit der Ansiedlung der Vitos Klinik Weilmünster auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Weilburg entstehen insbesondere mit der räumlichen Integration in einem Gebäudekörper große Synergien. Diese kommen dann der Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis und darüber hinaus zu gute.

Welche Fachabteilungen gibt es im Klinikneubau?

Das Leistungsangebot des Kreiskrankenhauses Weilburg und der Vitos Klinik Weilmünster ergänzen sich bestens. Im Neubau werden daher folgende Fachbereiche zu finden sein:

  • Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Innere Medizin / Gastroenterologie
  • Geriatrie
  • Anästhesie und Intensivmedizin
  • Neurologie (inkl. Stroke Unit)
  • Psychosomatik
  • Gerontopsychiatrie
Wird es im Neubau wieder eine Geburtshilfe geben?

Nein, denn die dafür erforderlichen Strukturen können wir als kleines Krankenhaus nicht vorhalten. Zur (unbequemen) Wahrheit gehört allerdings auch, dass für eine qualitativ hochwertige Versorgung eine gewisse Fallzahl erforderlich ist, damit beim Personal Routine und damit Sicherheit in den Abläufen entsteht. Als die Geburtshilfe im Jahr 2012 geschlossen wurde, gab es noch ca. 350 Geburten jährlich. Statistisch entspricht dies nur einer Geburt täglich.

Wird das jetzige Klinikgebäude für den Krankenhausbetrieb weiter genutzt?

Um maximale Synergien zu erreichen und eine wirtschaftliche Betriebsführung sicherzustellen, werden alle Funktionen für den Betrieb eines Krankenhauses (z.B. OP, Radiologie, Intensivstationen, Notaufnahme etc.) im Neubau konzentriert.

Allerdings bleibt das Krankenhaus bis zur Fertigstellung des Klinikneubaus vollständig in Betrieb. Selbstverständlich werden in dieser Zeit auch alle erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Wird das jetzige Klinikgebäude nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen?

Um diese Frage beantworten zu können, wurde ein Gutachten zur Bewertung der Gebäudesubstanz in Auftrag gegeben. Allerdings sind auch im Falle einer Nachnutzung (für Schulungsräume, Büros, Gesundheitsdienstleister etc.) hohe Investitionen in das Gebäude (z.B. Dach- und Fassadensanierung, Elektrik, Aufzüge usw.) erforderlich. Diese bilden dann zusammen mit den zu erwartenden Mieteinnahmen die Grundlage für eine Entscheidung.

Werden genügend Parkplätze vorhanden sein?

Ja, denn zukünftig werden fast 900 Menschen Am Steinbühl im gemeinsamen Klinikneubau arbeiten. Für diese und natürlich unsere Patienten und Besucher planen wir die Errichtung eines Parkhauses. An welcher Stelle dies stehen wird, ist vom finalen Standort des Klinikgebäudes abhängig.

Wird es wieder einen Hubschrauberlandeplatz geben?

Ja, denn dieser ist insbesondere für die Versorgung schwerkranker Patienten erforderlich. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Hubschrauber primär in Weilburg landet, wenn schwerkranke Patienten in größeren Kliniken (z.B. Uniklinik Gießen oder Uniklinik Mainz) weiterbehandelt werden müssen. Schwerverletzte Unfallopfer werden hingegen nicht nach Weilburg geflogen, sondern über die Rettungsleitstelle sofort in Großkliniken (häufig mit einer Abteilung für Neurochirurgie zur Behandlung von Kopfverletzungen) geleitet.

Übrigens, im Jahr 2022 ist der Hubschrauber auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses nur 30x gelandet. Dies entspricht einer Landung aller 2 Wochen.

Wie wird das neue Klinikgebäude aussehen?

Das ist abhängig vom Architekten sowie den weiteren Planungen und steht daher aktuell noch nicht fest. Wir haben aber im Rahmen der Antragstellung bereits eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen. Diese hatte allerdings primär zum Ziel, zu prüfen, ob das Vorhaben auf unserem Gelände verwirklicht werden kann bzw. ob genügend Platz dafür zur Verfügung steht. Der nachfolgende Entwurf zeigt eine Möglichkeit, wie ein neues Gebäude aussehen könnte. Die grau dargestellten Einrichtungen stellen den aktuellen Bestand dar.

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