Darmkrebs - Vorsorge, Früherkennung und Operation

Unter dem Motto „Darmkrebs: Vorsorge, Früherkennung und Operation“ hat die Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg am letzten Mittwoch in den Konferenzraum des Kreiskrankenhauses Weilburg eingeladen. Als Referenten wirkten PD Dr. med. Christian Kuntz, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Proktologie, und Dr. med. Markus Hofmann, der Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie. 

Andre Hahn, der Leiter der Volkshochschule Weilburg, begrüßte die Besucher und dankte den beiden Ärzten für ihr Engagement.

„Darmkrebsvorsorge geschieht wie im Schlaf“, so schilderte Dr. med. Markus Hoffmann die heute angenehme und schnelle Möglichkeit der Darmspiegelung. Ein Patient merkt davon überhaupt nichts, denn er schläft. Und eine rechtzeitige Vorsorge ist die beste Voraussetzung für eine Heilung. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder regelmäßig daran teilnehmen.

Jedes Jahr wird bei etwa 71 400 Menschen in Deutschland die Diagnose Darmkrebs gestellt, jedes Jahr sterben etwa 28 900 Menschen daran. 

Fast jedem Krebsgeschwür im Dickdarm geht ein gutartiger Polyp voraus, der allerdings lange braucht, bis er bösartig wird. Dr. Markus Hoffmann berichtete, dass er einen gutartigen Polypen sofort entferne und damit einen möglichen Krebs verhindere. Jeder 20. Mensch erkranke an Dickdarmkrebs, schilderte der Experte, und meistens hätte der Krebs durch Vorsorgeuntersuchungen verhindert werden können. „Leider nutzen nur ein Fünftel der Berechtigten die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung, und das ist sehr schade“, sagte er.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind hohes Alter und das Vorkommen von Dickdarmpolypen. Neben genetischen Familienveranlagungen als weniger häufige Risikofaktoren stellen auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ein erhöhtes Risiko da. Weiterhin zählen zu den Risikofaktoren übermäßige Kalorienzufuhr, eine fett- und fleischreiche Kost und außerdem ein geringer Gehalt an Ballaststoffen.

Wer einen Tumor hat, spürt über lange Zeit überhaupt keine Symptome, Erst wenn der Tumor groß wird, kann er sich bemerkbar machen beispielsweise durch Blut im Stuhl, Darmkrämpfe, Kot so dünn wie Bleistifte oder wie Ziegenköttel, Durchfälle, Verstopfungen und quälende Blähungen. Dann ist es höchste Zeit für eine Darmspiegelung, um eine genaue Diagnose erstellen zu können. 

Dr. Christian Kuntz erzählte zunächst von Prominenten wie Audrey Hepburn, Ronald Reagan, Pabst Johannes Paul II. und anderen mehr, die den Darmkrebs überwunden hatten. Dann erläuterte er die Operationsmethoden anhand verschiedener Filme. Auch über einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang bis zur Verheilung eines Enddarmersatzes sprach er. Und er konnte die erfreuliche Tatsache mitteilen, dass dank der Vorsorge die Anzahl der Tumorerkrankungen und der Sterbefälle in den letzten zehn Jahren gesunken sei. 

Nach dem Vortrag meldete sich ein Patient zu Wort, bei dem erst vor rund zwei Wochen ein Darmkrebsgeschwür entfernt worden war. Er sei sowohl mit den Untersuchungen im Vorfeld als auch mit der Operation, dem Krankenhausaufenthalt und seinem Gesundungsverlauf sehr zufrieden und er empfehle das Weilburger Krankenhaus gerne weiter, sagte er.

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