Gesund vor Ort

Weilburg (mb). In der Reihe „Gesund vor Ort“ unserer Zeitung stand am Donnerstag im Weilburger Kreiskrankenhaus das Thema „Gallenblasen- und Gallenerkrankungen aus internistischer und chirurgischer Sicht“ im Mittelpunkt. Referenten im Kommunikationszentrum waren die beiden Ärzte des Weilburger Kreiskrankenhauses Privatdozent Dr. Christian Kuntz, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie / Proktologie, sowie Dr. Markus Hofmann, der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin / Gastroenterologie. 

Aufgrund der noch vorhandenen freie Plätze im Saal scherzten die beiden Fachärzte: „Vermutlich haben wir schon so viele Gallenblasen entfernt, dass der Bedarf an Informationen im Moment nicht so riesig ist“. Trotzdem war das Interesse bei den anwesenden 35 Personen groß. Einer, der exakt vor 14 Tagen seine Gallenblase im Weilburger OP gelassen hat, war der Sportkreisvorsitzende Hermann Klaus. Er wolle den Ärzten einmal öffentlich danken und anderen Patienten Mut machen, sich in die erfahrenen Hände des qualifizierten Teams zu begeben, sagte er. „Ich habe nichts gespürt und es geht mir prima“, schilderte Hermann Klaus, „ich bin bestens versorgt worden – das fing schon bei Geschäftsführer Peter Schermuly an und reichte bis hin zu den hervorragenden Ärzten und dem kompetenten, freundlichen Pflegepersonal“. Bevor die Fachvorträge starteten, stellten auch Dr. Christian Kuntz und Dr. Markus Hofmann die Besonderheiten der Weilburger Klinik noch einmal hervor: „Wir haben beide lange in großen Krankenhäusern gearbeitet“, sagte Dr. Hofmann, „aber ich kann die Anonymität einfach nicht mehr ertragen“. Hier in Weilburg könne der Patient noch als Mensch und Individuum gesehen werden. Und dazu sei auch die Stadt ganz einfach eine „Perle“. 

Wie kommt es zu Gallenproblemen?  Die Gallenflüssigkeit hat die Aufgabe, bei der Verdauung von Speisen zu helfen, besonders für die  Verarbeitung von Fett ist sie notwendig. Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und bei Bedarf abgegeben. Wird nun der Gallenfluss behindert, beispielsweise durch Gallensteine, die sich bei zu hohem Cholesterin oder einem Ungleichgewicht von Gallensäure bilden können, dann kann es zu Koliken kommen. Rund zehn bis 15 Prozent der Erwachsenen haben Gallensteine. Aber nur ein Teil von ihnen entwickelt Koliken und auch nicht alle Gallensteine müssen operiert werden. Aber bei Beschwerden ist Abhilfe nötig. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 199000 Gallenstein-Operationen durchgeführt.

Wenn Gallensteine den Abfluss der Gallenflüssigkeit verhindern, können sich unter Umständen auch Keime vermehren  - und so eine akute Gallenblasenentzündung entstehen, die nicht ungefährlich ist. Je länger man dann mit einer Operation wartet, um so gefährlicher wird es und um so schwerer die OP. Im schlimmsten Fall kann die Gallenblase platzen, dann kann es auch lebensgefährlich werden. Anzeichen für dringenden Handlungsbedarf bei Gallensteinen sind Blähungen, Völlegefühl, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gelbsucht, dunkler Urin, heller Stuhlgang. Der Bauch tut weh und die Schmerzen können bis in die rechte Schulter ziehen. Bei der endoskopischen Entfernung der Gallenblase und dem in diesem Rahmen schlecht einsehbaren Gallengang ist das Zusammenspiel von Chirurgie und Innerer Medizin mit dem Magen- und Darmspezialisten gefragt.

Wer jetzt in das Weilburger Krankenhaus kommt, wird zunächst von Dr. Markus Hofmann untersucht: ein Ultraschall durch die Bauchdecke und die Laborwerte des Blutes geben sehr gute Hinweise darauf, ob die Gallenflüssigkeit nicht abfließen kann und eine Entzündung vorliegt. Detailliertere Fakten liefert dann eine Gallenwegs -Spiegelung, die endoskopisch über die Speiseröhre und den Magen vorgenommen und bei der Kontrastmittel zur Sichtbarmachung von vorhandenen Steinen in den Hauptgallengang gespritzt wird. Der Patient merkt von all dem nichts, denn er schläft. Über diese Methode können Gallensteine aus dem Gangsystem entfernt werden.

Dr. Christian Kuntz schilderte dann den Ablauf einer Operation zur Gallenblasenentfernung. In der Regel geschieht dies mittels der sogenannten minimal-invasiven Chirurgie, was bedeutet, dass durch meist vier kleine Schnitte in der Haut schmale Kanülen mit verschiedenen kleinen Instrumenten eingeführt werden. Zunächst wird am Nabel ein dünnes Rohr eingeführt und der Bauchraum mit Gas aufgeblasen. Weitere kleine Greif- und Schneidewerkzeuge kommen dann an drei weiteren Stellen zum Einsatz. Mittels einer kleinen Kamera wird der Bauchinnenraum per 3-D auf einen Bildschirm übertragen. Diese Operationstechnik bedarf viel Erfahrung - die Spezialisten im Weilburger Krankenhaus verfügen und über mehr als 20 Jahre intensive, praktische Erfahrung.

Die minimal-invasive Chirurgie führt zu geringeren Schmerzen nach der Operation und zumeist auch zu einer rascheren Erholung. In selteneren Fällen wird – wenn nötig - auch der Bauch aufgeschnitten. Dr. Christian Kuntz veranschaulichte dann anhand von Fotos verschiedene Gallenoperationen mittels minimal-invasiver Chirurgie.

Im Krankenhaus Weilburg arbeiten die beiden Abteilungen Chirurgie und Innerer Medizin sehr gut zusammen - zum Wohle des Patienten.

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