Gesundheitstag im Kreiskrankenhaus Weilburg

Aus Marburg stammt Renate Bertram-Blackert, die zufällig vom Gesundheitstag im Weilburger Krankenhaus erfuhr und am Samstag gleich die Gelegenheit nutzte, sich dort bei einer kostenlosen Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader davon zu überzeugen, dass bei ihr alles in Ordnung ist. Der Förderverein der Klinik hatte zum 17. Gesundheitstag eingeladen, und viele Interessierten kamen.

„Und es ist alles gut – da zahlen sich Sport und gesunde Lebensweise aus“, freute sich Renate Bertram-Blackert, der man die „70 plus“ keinesfalls ansieht. Aber auch andere Informationen holte sie sich ein, beispielsweise über das Hausnotrufsystem des DRK, an dessen Stand Kai Uwe Scherer und Sabine Sachs auch darauf hinwiesen, dass jetzt als „Aktion zur Urlaubszeit“ das Hausnotrufsystem einen Monat lang kostenlos ausprobiert werden dürfe.

Nebenan sagten Klaus und Margit Unkelbach mal „Hallo“: Bernd und Andreas Eckerth und Berthold Strieder vom Verein „Trans Dia“, dem Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten,  sind in Weilburg keine Unbekannten, haben sie doch schon im Rahmen von Öffentlichkeitsaktionen mit vielen Radfahrern am Krankenhaus Station gemacht. Am Samstag informierten sie zusammen mit dem mittelhessischen Selbsthilfeverein „Trans Mittelhessen“ zum Thema Organspende. Da die Zahl an Organspenden dramatisch zurück gegangen ist, warten seit Jahren in Deutschland mehr als 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan, weil es für sie lebensrettend ist.

Wie ein Schulterbewegungsstuhl funktioniert, das probierte einmal Sabine Hardt aus Waldhausen aus. Die beiden Physiotherapeuten Tanja Salmon und Ilse Cornelius zeigten die bequeme Möglichkeit, nach einer Schulter-Operation erste Mobilisierungsübungen ohne Anstrengung auszuüben: Der Arm wird einfach in die Halterung gelegt und das Gerät lenkt die Bewegungen. Dicht umlagert waren die Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader, die am Vormittag Dr. Andreas Schlutius zusammen mit Schwester Karin Dominguez vornahm, am Nachmittag kam Dr. Michael Seng zum Einsatz.

Auch die kostenlosen Messungen von Blutzucker, Blutdruck, Cholesterin und Körperfett kamen wieder sehr gut an. Auch am Stand vom Sanitätshaus Kern nutzten viele Besucher die Gelegenheit für Beratungen. Die Selbsthilfegruppe Knochengesundheit für Osteoporose Patienten e.V. Weilburg war wieder vor Ort. Weitere Partner informierten über geeignete künstliche Gelenke. Und ein Höhepunkt des Gesundheitstages war wieder eine Live-Operation: Dr. med. Gerd Balser, Chefarzt der Abteilung Orthopädie/Unfallchirurgie, nahm eine Inverse Schulterprothesen-Operation vor, die mittels Kamera in den voll besetzten Konferenzraum übertragen wurde. Dort gab Oberarzt Dieter Janiczek Erläuterung zur Operation. Bei dieser Prothese ist das anatomische Verhältnis zwischen dem runden Oberarmkopf und der Gelenkpfanne umgekehrt, sodass der Hebelarm des äußeren Schultermuskels (Deltamuskel) verlängert wird. Dadurch kann ein Riss der tiefen Sehnenhaube (Rotatorenmanschette) kompensiert werden, sodass nach der Operation in vielen Fällen mit guter Kraft der Arm über Kopf bewegt werden kann.

Am Nachmittag gab es noch Vorträge: Dr. Gerd Balser stellte das Endoprothetik-Zentrum vor und sprach gemeinsam mit dem Chefarzt der Geriatrie, Gunter Reuling, was Interdiszipliäre Alterstraumatalogie bedeutet. Und Amusina Liubov vom Verein TransDia und der Deutschen Stiftung Organtransplantation beantwortete nach einem Vortrag Fragen zu dem sensiblen Thema „Organspende“.

Die Eröffnung des Gesundheitstags hatte wieder der Fördervereins-Vorsitzende Heinz Pfeiffer vorgenommen, der die Bürgermeister Hans-Peter Schick und Friedhelm Bender, den Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung,  Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz und seinen Vorgänger Walter Frank sowie den Landtagsabgeordneten Tobias Eckert und Weilburgs Ortsvorsteherin Margit Eisenträger begrüßte. Der Sportkreisvorsitzende Hermann Klaus  übergab eine private Spende in Höhe von 1000 Euro.

Bürgermeister Hans-Peter Schick warb dafür, dass jeder, der noch kein Mitglied im Förderverein sei, dem Verein bitte beitreten möge. Denn „Gesundheit ist ein Segen“, sagte er, und „das Krankenhaus ist zum Wohl aller Menschen der Oberlahn-Region da“. Und es sei nötig, dass alle zum Fortbestand auch in der Zukunft einen Teil beitragen.

Klinik-Geschäftsführer Peter Schermuly dankte den beteiligten Partnern und vor allem auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses, die zum Teil ihr freies Wochenende opferten. Er nannte Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter aus den Funktionsbereichen. „Alle möchten mit ihrem Engagement der heimischen Bevölkerung zeigen, welch hohe medizinische und pflegerische Qualität im Kreiskrankenhaus Weilburg geboten wird. Dies untermauern vor allen Dingen auch die Patientenzahlen sowie die hohe Nachfrage nach unseren Leistungen“.

Artikel aus dem Weilburger Tageblatt vom 04.07.2016

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