"Herz unter Stress" - ein Vortrag von Dr. Seng

Im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung fand im Kommunikationszentrum des Kreiskrankenhauses Weilburg eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Herz unter Stress“ statt. Unter der Obhut des Chefarztes der Inneren Medizin/Kardiologie im Weilburger Krankenhaus, Dr. med. Michael Seng, hielten die Klinik-Ärzte, die sich besonders mit Herz-Kreislauferkrankungen beschäftigen, Kurzvorträge: so Andreas Schlutius über Bluthochdruck,  Elena Schumann über Diabetes und Lars Hettler über Cholesterin. 

Das Herz hat die Aufgabe, mit 100000 Schlägen pro Tag 7000 Liter Blut durch das Gefäßsystem des Körpers zu pumpen, um Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gefährlich wird es, wenn Herz und Gefäße hohem Stress durch Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Blutfettspiegel/LDL-Cholesterin) ausgesetzt sind. Diese zählen zu den wichtigsten Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen.

Die Risikokrankheiten werden häufig unterschätzt und bleiben oft unentdeckt und unbehandelt. Das Tückische dabei ist, dass trotz der Behandlung vieler Patienten häufig die Medikation nicht gut eingestellt ist oder die Medikamente aufgrund von Nebenwirkungen nicht konsequent eingenommen werden. Oder aber ein Patient lebt weiterhin ungesund.  

Häufige Faktoren für Bluthochdruck sind Übergewicht, zu viel Salz im Essen, zu viel Alkohol, zu wenig Obst und Gemüse und Bewegungsmangel. An Bluthochdruck leiden in Deutschland nach Schätzungen mehr als 20 Millionen Erwachsene, von Diabetes sind etwa 4,6 Millionen Menschen betroffene. Bei Bluthochdruck wissen etwa 20 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung, weil sie sich lange damit fit und gut fühlen. So riskieren sie mit dem "stillen Killer" eine schleichende Schädigung ihrer Gefäße und Organe wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Ähnliches gilt für erhöhte Blutzuckerspiegel (Diabetes), die die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und so die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall, Schädigung der Nieren-/Beingefäße beschleunigen. 

Cholesterin ist ein Blutfett und nicht prinzipiell schlecht, dies sagte Lars Hettler. Cholesterin sei an vielen lebenswichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Probleme bereite das Cholesterin jedoch, wenn zu viel davon im Blut schwimme. Dann könne es für Verkalkungen in den Wänden der Blutgefäße sorgen – und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt und/oder Schlaganfall verursachen. Man solle alle zwei Jahre einen  Gesundheits-Checkup wahrnehmen.  Falls dabei ein hoher Cholesterinspiegel festgestellt werde, gebe es zwei Therapieoptionen. Erstens, und das falle meist am schwersten, die Lebensstilveränderung. Gesunde (mediterrane) Ernährung, Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung, Rauchen stoppen und Alkohol reduzieren beispielsweise. Zweitens ist eine medikamentöse Therapie nötig, falls Ersteres nicht ausreicht. 

Geeignete Rezepte und Kochbücher für eine gesunde Ernährung sind übrigens bei der Deutschen Herzstiftung erhältlich. Von ihr war bei der Veranstaltung Dieter Kühmichel vor Ort, der Informationsmaterial anbot. Auch nutzte er die Gelegenheit, als Berater der Deutschen Herzstiftung Interessierte für die Gründung einer Selbsthilfegruppe zu gewinnen. 

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