Mediziner informieren über Vorsorge- und Operationsmöglichkeiten bei Krebs

Der Bauchchirurg des Weilburger Krankenhauses, Privatdozent Dr. Christian Kuntz und der Darmspezialist Dr. Markus Hofmann hatten zu dem Vortrag eingeladen. Er fand im Rahmen des Darmkrebsmonats März der Felix Burda Stiftung und der Stiftung Lebensblicke statt. Als Gastreferent sprach Prof. Dr. Dr. Jürgen Stein, Leiter der Abteilung Gastroenterologie/Ernährungsmedizin an den Kliniken Frankfurt-Sachsenhausen, über "Ernährung und Darmkrebs - was macht Sinn?". Die Kreissparkasse Weilburg unterstützt als Partner die Informations- und Fortbildungsveranstaltung.

Unter dem Motto "Darmkrebsvorsorge wie im Schlaf" wies Hofmann darauf hin, dass mit einer Vorsorgeuntersuchung viel Leid verhindert werden könne. Heutzutage sei eine Darmspiegelung schnell, unkompliziert und schmerzfrei. Und sie sei die effektivste Weise, dem Krebs entgegenzuwirken, denn fast jedem Krebsgeschwür im Dickdarm gehe ein gutartiger Polyp voraus.

Rechtzeitig entfernt, verhindere dies die Entstehung von Krebs. Darmkrebs gehöre zu den häufigsten Erkrankungen: Jeder 20. Mensch erkranke an Dickdarmkrebs und meistens hätte der Krebs durch Vorsorgeuntersuchungen verhindert werden können, sagte der Experte.

Christian Kuntz referierte dann über moderne Möglichkeiten der Tumorbehandlung und der Chirurgie. Es brauche rund acht bis zehn Jahre, bis sich ein Polyp zu einem Krebsgeschwür entwickelt habe. Je nach Platzierung des Tumors und Befall der Lymphknoten würden dann Teile des Darmes und der Lymphknoten entfernt. Je näher sich ein Tumor am Schließmuskel befinde, umso größer sei die Gefahr, dass dieser geopfert werden müsse. Es gebe auch die Möglichkeit eines Enddarmersatzes.

"Spätestens mit Beginn des Studenten- oder Arbeitslebens sollte ein Mensch sein Essensverhalten vernünftig gestalten", sagte Jürgen Stein. Er erklärte, was internationale Wissenschaftler über eine gesunde Lebensweise herausgefunden hätten. Menschen, die sich häufiger bewegten, würden seltener an Krebs und vor allem Darmkrebs erkranken. Eine halbe bis eine Stunde Bewegung pro Tag sei zu empfehlen. Auch der Verzehr von Ballaststoffen und Faserstoffen vermindere das Risiko.

Einer der härtesten Krebsfaktoren sei der Verzehr von rotem, verarbeitetem Fleisch - wie etwa Mett oder Wurst. Fisch dagegen sei gesund. Pro Woche sollten nicht mehr als 400 bis 500 Gramm Fleisch gegessen werden. Fettleibigkeit stelle ebenfalls ein Risiko dar. Fastfood sollte nur selten verzehrt und zuckerhaltige Getränke vermieden werden. Nahrungsergänzungsmittel würden für die Krebsprävention nicht empfohlen. Die Ernährung sei der größte Faktor für Krebsentstehung gefolgt vom Rauchen.(mb)

Weilburger Tageblatt vom Mittwoch, 16. März 2016

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