Seniorenzentrum Fellersborn in Löhnberg wird erweitert

48 Pflegeplätze und 16 Appartments für betreutes Wohnen bietet das Kreiskrankenhaus Weilburg derzeit in seinem Seniorenzentrum „Fellersborn“. Alle Plätze sind belegt, die Nachfrage groß. In der Löhnberger Einrichtung lässt sich aber noch eine Tendenz ausmachen: 40 der 48 Pflegebedürftigen sind an Demenz erkrankt, sagt Pflegedienstleiterin Daniela Ott. Der Bedarf an spezieller Betreuung und Pflege steigt, nicht nur im Landkreis, aber eben auch hier.

Deswegen wird nun am Seniorenzentrum angebaut, um Plätze für Demenzkranke zu schaffen. Am Dienstag fiel mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für das Vorhaben. 2,5 Millionen Euro investiert die Limburger Firma Nolten Asset Management, die das Seniorenheim 2009 errichten ließ, in die Erweiterung. Es sei ihm wichtig, eine solche Einrichtung in der Region für Menschen aus der Region zu schaffen, sagt Hans-Helmut Nolten beim ersten Spatenstich.

15 Zimmer sollen im Erdgeschoss ab Frühjahr kommenden Jahres zur Verfügung stehen, erklärt Antonella Nolten. Diese mietet das Kreiskrankenhaus Weilburg als Betreiber des Seniorenzentrums an. Auf 25 Jahre sei der Mietvertrag angelegt, erklärt Krankenhaus-Geschäftsführer Peter Schermuly, der gleichzeitig Heimleiter ist. Die Station könne eine Entlastung für bestehende Heime und Krankenhäuser sein, denn oft würden Demenzkranke zwischen Psychiatrie, Kurzpflege und Altenheimen pendeln. In den 15 Appartments sollen Demenzkranke, die Begleiterscheinungen wie Aggressivität, Weglauftendenzen oder massive Unruhe aufweisen, so selbstständig wie möglich leben, dabei aber intensiv betreut werden, sagt Pflegedienstleiterin Ott. Schermuly hofft, „dass wir insgesamt zehn Stellen mehr heraushandeln können“.

Derzeit kümmern sich im „Fellersborn“ 25 Pflegemitarbeiter und Betreuer, zwei Verwaltungsmitarbeiter sowie ein Hausmeister und drei Hauswirtschaftskräfte um die Bewohner.

Mit dem 42 Meter langen und 13 Meter hohen Anbau, der eine Verbindung zum bisherigen Gebäude erhält, entsteht ein Innenhof. Der Vorteil dabei sei, dass Demenzkranke dort Zeit im Freien verbringen könnten, die Gefahr des Weglaufens aber nicht bestehe, erklärt Architekt Willi Hamm. Auch im Inneren soll die Einrichtung speziell auf Demenzkranke ausgerichtet werden.

Der Gebäudeteil verfügt über ein Obergeschoss, das laut Architekt Hamm zunächst „als Vorrat“ angelegt ist. Sprich: Zunächst bleibt es leer, bei Bedarf könnte die Krankenhaus GmbH dort weitere Flächen mieten, aber auch Mieter wie Physiotherapeuten seien denkbar.

Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) nannte das Bauvorhaben einen „wichtigen Baustein für die Bevölkerung im Kreis“. Angehörige stelle eine Demenzerkrankung auf eine „große Probe“ – auch, weil die Großfamilie, in der alle Generationen füreinander sorgen, immer seltener werde. Demenzstationen wie diese in Löhnberg seien eine Alternative, um die Patienten angemessen unterzubringen, nicht nur zu verwahren.

Eine Entlastung für Familien sei das neue Angebot, findet Löhnbergs Bürgermeister Frank Schmidt (SPD). Das Haus sei modern und der Mensch stehe im Mittelpunkt. Er verwies auf eine Berechnung des Weilburgers Andreas Tiefensee, wonach in Löhnberg bis 2020 die Zahl der über 75-Jährigen um 175 ansteige.

Die gemeindlichen Gremien hatten die für die Erweiterung notwendige Änderung des Bebauungsplanes einstimmig durchgewunken.

Weilburger Tageblatt vom Mittwoch, 11. Mai 2016, Artikel von Olivia Heß

 

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