Volles Landhaus bei den Vorträgen der Weilburger Chefärzte

Der Verein "Apfelstübchen" und der Förderverein des Kreiskrankenhauses Weilburg hatten eingeladen und mit Dr. Gerd Balser, Chefarzt der Abteilung Orthopädie/Unfallchirurgie, einem zertifizierten Endoprothetik-Zentrum, und Privatdozent Dr. Christian Kuntz, Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie und Proktologie, referierten zwei Kapazitäten auf ihrem Gebiet sehr anschaulich über Themen, die im Blickpunkt des medizinischen Alltags stehen.

Balser sprach über "Gelenkarthrose" und operative Behandlungsmöglichkeiten, wobei er Schulter-, Hüft- und Kniegelenk in den Fokus stellte. Kuntz zeigte diagnostische und operative Behandlungsmöglichkeit auf. Gut beraten, wer sich für die kostenlose Veranstaltung einen Platz reserviert hatte - das Angebot stieß auf sehr große Resonanz. 

Axel Schmidt, OP-Chef der Weilburger Klinik der zusammen mit seiner Frau Martha das Landhaus betreibt, hieß das Publikum willkommen: "Gasthaus und Klinik haben eines gemeinsam: Es wird hier mit viel Herzblut gearbeitet und die Menschen fühlen sich gut aufgehoben." In einem Krankenhaus spielen Ärzte eine große Rolle, so der Fachmann. "Es werden heute zwei Kapazitäten zu ihnen sprechen, die ihren Beruf aus Überzeugung ausüben, Ärzte aus Passion sind und gute Ergebnisse erzielen", so Schmidt. 

Heinz Pfeiffer, Vorsitzender des Fördervereins, der zusammen mit Geschäftsführer Peter Schermuly gekommen war, freute sich über diese Plattform, mit der man viele Menschen erreichen kann. "Wir sind zwar ein kleines Haus, was aber der Qualität von medizinischer Leistung und Pflege keinen Abbruch tut", so Pfeiffer. Der Förderverein hat 400 Mitglieder, unterstützt die Arbeit der Klinik seit 19 Jahren und konnte bisher 400 000 Euro investieren. 

"Für immer jung können wir nicht bleiben, aber vorzeitige Funktionseinschränkungen kann man erkennen und beheben", so Balser. "Laut Studien verursachten 2013 Muskel- und Gelenkerkrankungen neun Prozent aller stationären Behandlungsfälle, was fast 20 Millionen Patienten ausmacht", so Balser. Gelenke seien eben elementare Bestandteil menschlichen Lebens, ermöglichen den aufrechten Gang und seien für Kraftübertragung, Stabilität und Beweglichkeit verantwortlich. "Im normalen Alterungsprozess verschleißen die Knorpel und das Zusammenspiel von Kapseln, Bändern, Muskulatur, Blutgefäßen und Nerven wird gestört.

 "Rechtzeitige Untersuchung spart viel Geld, denn der Diagnose folgt konservative oder operative Therapie und die Heilung und je früher man den Arzt aufsucht, um so schneller ist man schmerzfrei", so der Facharzt, der für Nichtmediziner sehr eindrücklich und verständlich auf Gelenkfunktionen, Symptome und Heilungsmöglichkeiten einging. 

So auch Dr. Kuntz zum Thema Darm. Wen schon einmal Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Bauchschmerzen hatte, weiß, wie einen das belasten kann. Ein kranker Darm kann allerdings auch Ursache für viele andere Erkrankungen sein, von Migräne und Allergien, über Neurodermitis und Heuschnupfen, bis hin zu Asthma, chronischen Schmerzleiden, Rheuma, Depressionen, Angstzuständen und vielem mehr sein. Der Darm ist das Organ, das durch seine große Oberfläche durch Falten und Einbuchtungen die größte Kontaktfläche zur Umwelt hat. 

Wenn das Verdauungsorgan krank wird, ist meist der untere Teil, der Dickdarm betroffen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen neben dem Krebs, Entzündungen im Darm, Verstopfung und Divertikulose. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa zählen zu den bekanntesten Erkrankungen, die mittels Ultraschall, Röntgen oder Darmspiegelung diagnostiziert werden. Koliken, Übelkeit, Fieber und Gewichtsverlust begleiten solche Erkrankungen. Darmperforation und Resektion kranker Teilstücke werden wohl bei den Patienten am meisten gefürchtet. Der Darm, Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten sind also ein weites Feld, das Dr. Kuntz in der gegebenen Kürze von eineinhalb Stunden hervorragend darstellte. 

Text und Fotos: Heike Pöllmitz

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